Fr

21

Apr

2017

Rezension: Hans-Peter Hock - Der Dresden Football Club und die Anfänge des Fußballs in Europa

Vielerorts bewarb man sich bisher um den Titel “Wiege des deutschen Fußballs”. Dresden befand sich neben Braunschweig eine Zeit lang aussichtsreich im Rennen. Derzeit erhebt Lüneburg mit Nachdruck den Anspruch. Im Gegensatz zur sächsischen Landeshauptstadt soll in der niedersächsischen Hansestadt bereits 1875 ein Spiel nach den Regeln der englischen Football Association (FA) gespielt worden sein, während zur Gründungszeit des Dresden Football Club (DFC) im Jahre 1874 noch Rugby gespielt wurde. Der Dresdner Archäologe Hans-Peter Hock hat sich intensiv mit diesem Thema befasst und präsentiert die Ergebnisse seiner Spurensuche zum DFC dank des Arete Verlag Hildesheim auf 112 Seiten im A4-Format gedruckt auf Hochglanz.

 

“Der Dresden Football Club und die Anfänge des Fußballs in Europa” ist ein Muss für  jeden, der sich für Geschichte und Kultur der königlich-kurfürstlichen Residenzstadt interessiert. Denn nicht nur Rugby oder Fußball wurde von den Sportlern des DFC betrieben. Kronzeuge ist ein Holzstich aus der Illustrierten Zeitung aus dem Jahre 1874. Zu sehen sind verschiedene Wettkämpfe, die in Dresden lebende Amerikaner und Engländer auf einer Wiese vor dem Großen Garten abhielten. 

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Di

20

Dez

2016

Leseempfehlung: Bernd-M. Beyer - Helmut Schön. Eine Biographie

Der Bücher-Markt wird sein einiger Zeit gerade zu überschwemmt mit (Auto-)Biographien bekannter und weniger bekannter Fußballgrößen, dabei sind viele dieser “Größen” gerade einmal Ende 20 und stehen längst nicht am Ende ihrer Karriere. Hinsichtlich des Fußballidols Helmut Schön hingegen klaffte bisher eine gewaltige Lücke in diesem Metier. Dabei kann kaum eine der porträtierten Persönlichkeiten auf eine derart wechselvolle und an Episoden reiche Vergangenheit verweisen wie Helmut Schön. Im November dieses Jahres wurde diese Lücke durch Bernd Beyer endlich geschlossen. Die von Beyer vorgelegte Biographie des erfolgreichsten Deutschen Nationaltrainers aller Zeiten stellt die erste Abhandlung, abgesehen von den autobiographischen Selbstzeugnissen des Bundestrainers, dieser Art dar. Die wechselvolle Lebensgeschichte des Dresdners wird von Beyer auf über 500 Seiten kurzweilig und informativ zugleich erzählt.

 

Das im Die Werkstatt Verlag erschienene Buch ist in insgesamt 13 Kapitel unterteilt. Davon widmen sich die ersten vier Kapitel seiner Zeit in der sächsischen Landeshauptstadt. Als der kleine Schön heimlich, weil gegen den Willen seines Vaters, auf der Struvestraße in der Südvorstadt das Fußballspielen erlernte und über Dresdensia den Weg zum Dresdner Sport-Club und seinem englischen Star-Trainer Jimmy Hogan fand. Das heißt aber auch, dass seine Zeit als Trainer der Fußballnationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland besonders im Fokus der Darstellung steht. Das ist zum einem dem Umstand geschuldet, dass Schön vor allem als Bundestrainer im medialen Fokus stand und der Öffentlichkeit bis heute im Gedächtnis blieb. Während Schöns Spielerkarriere vom Zeitgeschehen überschattet wird. Als Schön für den Dresdner Sportclub debütiert, haben die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übertragen bekommen. Als er seine größten Erfolge feiert, tobt der Krieg und der industrielle Massenmord läuft auf Hochtouren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sollte der Dresdner Sport-Club und damit die Spielerzeit Schöns aus der öffentlichen Wahrnehmung getilgt werden. Mit dem “Skandalspiel” um die erste Ostdeutsche Meisterschaft zwischen Friedrichstadt und Zwickau endet Schöns Dresdner Zeit mit einem Knall.

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Mo

04

Jul

2016

Die ewige Tabelle der Deutschen Fußballmeisterschaft

Nur auf Platz 3 der Tabelle, der FC Bayern. Bild: ©Harald Bischoff
Nur auf Platz 3 der Tabelle, der FC Bayern. Bild: ©Harald Bischoff

Ein Beitrag von Ekkehard Adams

 

Es gibt etwas, das mich als Fußballfan an der statistischen „Zeitrechnung“ des deutschen Fußballs schon immer gestört hat: nämlich, dass diese in der allgemeinen Wahrnehmung erst im Jahr 1963, mit der Einführung der Fußball-Bundesliga, beginnt. Gab es die erste deutsche Meisterschaftsendrunde doch schon im Jahr 1903, also 60 Jahre vorher. Einen solchen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten einfach zu ignorieren, nur weil es während dem keine bundes- bzw. reichsweite eingleisige höchste Spielklasse gab, erschien mir schon immer unangebracht, und zudem ungerecht gegenüber etlichen bedeutenden Mannschaften der Ära der Meisterschaftsendrunden, die nie in der Bundesliga aufgetaucht sind (z. B. der Dresdner SC).

 

Ich habe eine lange Zeit damit zugebracht, nach einer Möglichkeit zu suchen, wie man die Meisterschafts- und die Bundesliga-Zeiten statistisch auf einen Nenner bringen könnte. Fest stand von vornherein: nach bloßen erzielten Punkten ist das nicht möglich. Waren doch bei den alten Endrunden selbst nach der heutigen 3-Punkte-Regel maximal 9 bis 27 Punkte (je nach Austragungsmodus) zu erzielen. In der heutigen Bundesliga kann man von großem Glück sagen, wenn man mit letzterer Punktzahl den Relegationsplatz 16 erreicht (wie der Hamburger SV am Ende der Saison 2013/14, der dann die Relegation sogar gewinnen konnte, und das nicht mal durch mehr Tore, sondern nur dank eines auswärts erzielten Tores).

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Mi

06

Apr

2016

Eishockey in der Friedrichstadt

©Michael Söckneck (Wikipedia.de)
©Michael Söckneck (Wikipedia.de)
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Fr

01

Apr

2016

Peiffer / Wahlig: Jüdische Fußballvereine im nationalsozialistischen Deutschland

© Buchcover "Verlag die Werkstatt"
© Buchcover "Verlag die Werkstatt"

Josef „Sim“ Leiserowitsch, Dresdner SV Bar Kochba oder Schild Dresden. Fußballer und Fußballvereine, deren Namen heute nur noch die wenigsten kennen. Dabei war der in der sächsischen Landeshauptstadt geborene Leiserowitsch einer der ersten Stars des Berliner Fußballs. In Dresden spielte er für Dresdensia und engagierte sich später auch als Funktionär bei den Schwarz-Gelben. Bar Kochba gehörte mit seinem Fußballplatz zwischen DSC- und Postgelände zum Erscheinungsbild des Ostrageheges. Tausende ZuschauerInnen strömten zum Eröffnungsturnier. Lory Polster trainierte erst den BK Dresden, bevor er über den Dresdner SC und Tennis Borussia Berlin den Weg zum 1. FC Nürnberg fand.

 

Lorenz Peiffer und Henry Wahlig haben es sich zum Auftrag gemacht, das Erbe des jüdischen Fußballs aus der Vergessenheit zurück zu holen. Im Rahmen ihres an der Leibniz Universität Hannover angesiedelten Projekts zum „Jüdischen Sport“ haben sie dazu bereits zahlreiche Publikationen getätigt. Die aktuellste Veröffentlichung stellt ein Mammut-Projekt dar, wie man es, vom Umfang ausgehend, bisher nur für den bürgerlichen Fußball kennt. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, eine Übersicht über alle vor dem Zweiten Weltkrieg existenten jüdischen Fußballvereine zu geben. Was man mit den im vorliegenden Werk vorgestellten, letztlich knapp 200 Vereinen, die durch die nationalsozialistische Rassenpolitik ein jähes Ende fanden, nur als Erfolg betrachten kann. Diese Publikation stellt ein umfangreiches Handbuch dar, dessen Ausmaße selbst die Autoren überraschten.i

 

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Mo

22

Feb

2016

Eine kleine Geschichte des Hockeys

Im August 1915, also während des Ersten Weltkriegs, enstand auf Initiative Arno Neumanns eine Hockeyabteilung beim Dresdner Sport-Club. Diese Tradition wurde später auch vom DSC-Nachfolger SG Friedrichstadt fortgeführt. Diese Hockabteilung bestritt am 06. April 1916 ihr erstes Spiel gegen die Auswahl des Vitzthumschen Gymnasiums. Arno Neumann, der 1908 zum DFB-Nationalspieler avancierte, stand ebenfalls auf dem Feld (Siehe Bild, Untere Reihe, Erster von links). Sogar Eishockey wurde auf dem Palaisteich im Großen Garten betrieben. Da man aber auch die allerletzten Spieler einzog, schlief der Hockeybetrieb beim DSC wieder ein. Im Sommer 1919 bildeten Leichtathleten und Schlagballspieler erneut eine Hockeymannschaft, die bereits im September ihren ersten Vergleich austrug. 1928 umfasste die Abteilung fünf Teams (Damen, Herren und männliche Jugend). Die DSC-Hockeysportler und der ASV Dresden bildeten die Spitze im Bezirk Dresden.

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Mi

29

Jul

2015

MDR dreht im Steyer-Stadion für "Lebensläufe"

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Di

18

Nov

2014

60 Jahre SC Einheit Dresden

Am heutigen Tag, genau vor 60 Jahren, dem 21. November 1954 wurde der Sportclub Einheit Dresden aus der Taufe gehoben. Wir wollen diesen feierlichen Anlaß nutzen, um einen kleinen Einblick in die Geschichte des FDGB-Pokalsiegers von 1958 zu geben. Für die meisten DSCer sind die folgenden Ausführungen höchstwahrscheinlich nicht mehr als olle Kamellen. Aber die Jüngeren der Leserschaft oder Außenstehende hören von manchen Geschehnissen vielleicht zum ersten Mal.

 

Am 21. November 1954 fand also auf Geheiß der DDR-Sportführung in Adams Gasthof zu Moritzburg die Gründungsveranstaltung des SC Einheit Dresden statt. Währenddessen spielten die Fußballer der BSG Rotation bereits im Trikot, noch mit dem Standart-Logo der Sportvereinigung Einheit auf der Brust, auf dem Sportplatz an der Cantianstraße in Berlin. An der selben Stelle, an der der BFC Dynamo heute wieder seine Heimspiele in der Regionalliga austrägt und der Friedrich-Ludwig-Jahnsportpark steht.

 

Das Spiel gegen den Armeeklub Vorwärts Berlin ging mit 1:3 verloren und stellte den Auftakt einer Doppelveranstaltung dar. Im Anschluß verlor der SC Dynamo Berlin sein "Heimspiel" gegen die BSG Rotation Babelsberg mit 0:3. Der SC Einheit und der SC Dynamo waren beide Produkte der gleichen Umstruktierungsmaßnahme des DDR-Fußballs. Die Geschichte beider Mannschaften ist eng verwoben mit der Dresdner Fußballgeschichte und im besonderen mit der Geschichte des Friedrichstädter Fußballs.


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Mo

18

Aug

2014

Aus akutellem Anlaß

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Fr

11

Jul

2014

Die Südamerikaner kommen!

Wenn spätestens am Montagmorgen, wahrscheinlich eher doch am Sonntagabend, die Frage beantwortet sein dürfte, ob eine europäische Mannschaft erstmals in Südamerika Weltmeister werden kann, endete damit auch die erste Weltmeisterschaft auf diesem Kontinent seit 36 Jahren. Die 20. Ausgabe dieses FIFA-Turniers ist gleichzeitig die fünfte, die im Einzugsgebiet der Confederación Sudamericana de Fútbol ausgetragen sein wird. Bisher gewann dabei immer eine Team vom gastgebenden Kontinent. Einmal Argentinien, einmal Brasilien. Die erste WM die in Brasilien ausgerichtet wurde, gewann Uruguay. Uruguay gewann auch die erste überhaupt ausgetragene Weltmeisterschaft und zwar im eigenen Land. Die Gründe, warum sich die FIFA damals für Uruguay und gegen Italien, welches damals ebenfalls im Pool der Ausrichter gehandelt wurde, als Austragungsort entschied, sind in den frühen Erfolgen der uruguayischen Nationalmannschaft zu finden, die bei den Olympischen Spielen 1924 und 1928 jeweils die Goldmedaille gewinnen konnte und die europäischen Fußballer vorführte. Diese Leistungen wollte die FIFA würdigen, in dem sie das Land an der Atlantikküste mit der Ausrichtung beauftragte. Ursprünglich war übrigens geplant, alle Spiele in einem Stadion in der Hauptstadt Montevideo auszutragen. Da die Bauarbeiten aufgrund von einer lang anhaltenden Regenperiode verzögert wurden, konnte das Stadion nicht rechtzeitig fertig werden. So wurden einige Vorrundenspiele in den Stadien Estadio Gran Parque Central, der heutigen Heimstätte von Nacional Montevideo und dem Estadio Pocitos, der damaligen Heimstätte von Peñarol de Montevideo ausgetragen.

 

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So

01

Jun

2014

01. Juni 2003 - Dresdner SC - Erzgebirge Aue

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Fr

18

Apr

2014

Heute vor 105 Jahren...

Quelle: www.dfb.de
Quelle: www.dfb.de

Heute vor 105 Jahren fand das erste Finale um den Kronpinzenpokal statt, das die Auswahl des Mitteldeutschen Ballspiel-Verbandes für sich entscheiden konnte. Mit dabei waren die beiden Dresdner Richard Grilling und Leopold Richter. Als Trophäe wurde der vom deutschen Kronprinzen Wilhelm von Preußen gestiftete, rechts abgeildete Pokal überreicht. Ihn ziert die Inschrift: "Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit Wilhelm, Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen stiftete im Jahre 1908 diesen Pokal als Wanderpreis für Fußball-Wettspiele zwischen den repräsentativen Mannschaften der Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes". Die Sportbegeisterung des Kronprinzen und besonders seine Vorliebe für den Fußballsport, halfen dabei enorm, der bis dato verpöhnten "englischen Krankheit" und "Fußlümmelei" zunächst in Militär und anschließend der gesamten Gesellschaft zum Durchbruch zu verhelfen. Weil es die Bestimmungen des Versailler Vertrags der Weimarer Republik untersagten, ein größeres Heer als 115.000 Mann zu unterhalten, mussten andere Lösung zur körperlichen Instandhaltung der wehrfähigen Bevölkerung gefunden werden. Da sich der Fußball bereits vor dem Ersten Weltkrieg im Deutschen Militär großer Beliebtheit erfreute, erlebte der Fußballsport einen enormen Boom.  

Die deutsche Monarchie hingegen war 1918 am Ende. Der Pokal wurde in Bundespokal umbenannt und erst 1943 kriegsbedingt eingestellt, wobei er auch in den Jahren 1916 und 1917, während des Ersten Weltkriegs, nicht ausgetragen wurde. Bis 1943 änderte er noch zweimal seinen Namen. Als die restaurativen Kräfte in Deutschland ausreichend Einfluss gewonnen hatten und gemeinsam mit den Konservativen die Macht an den Kanzlerkandidaten der Nationalsozialisten übertrugen, wurde der Pokal nach der "Gleichschaltung" in Adolf-Hitler-Pokal umbenannt. Unter diesem Namen wurde der Wettbewerb jedoch nur 1933 ausgetragen. Anschließed trug er den Namen Reichsbundpokal, in dem sich die Mannschaften der neugeschaffenen Gaue gegenüberstanden.

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Mi

19

Mär

2014

Boris Lucic stellt neuen Rekord auf!

Konstanz ist eingekehrt in der Dresdner Friedrichstadt. Seit der Neugründung des Dresdner SC im Jahre 1990 saßen 17 verschiedene Trainer auf der Bank der Rothemden. Karsten Petersohn, Matthias Schulz und Matthias Müller sogar zweimal. Das bedeuten immerhin 19 Trainerwechsel in 24 Jahren. Manche Trainer blieben keine zwölf Monate. Hans-Jürgen Nünchert gar nur zwei. Matthias Müller hingegen hatte bis vor kurzem noch die längste Amtsperiode inne. Vom 01. Juli 1990 bis zum 20. Januar 1994 gab Müller die Kommandos bei den 98ern. 1330 Tage am Stück. Mit dem Aufstieg in die Landesliga Sachsen 1991, dem Aufstieg in die NOFV-Oberliga-Süd 1992 und dem Einzug ins sächsische Landespokalfinale 1993, welches mit 0:2 gegen den FC Sachsen Leipzig verloren ging, ist er dennoch unangefochten der erfolgreichste Trainer der post-DDR-Ära. Zusammen mit seiner zweiten Amtsperiode vom 01. Juli 1998 bis zum 26. Januar 1999, die nur 240 Tage währte, verbrachte er mit insgesamt 1570 Tagen immer noch die meisten an der Seitenlinie des Steyer-Stadions.

Horst Rau bringt es immerhin auf 1214 Tage zwischen 1994 und 1997 und damit auf Platz 2 unserer BRD-Statistik. Mit dem Wiederaufstieg in die NOFV-Oberliga-Süd 1995 und dem Einzug ins sächsische Pokalfinale 1997, welches diesmal gegen den Chemnitzer FC mit 0:3 veroren ging, gehört auch seine Amtszeit zu den erfolgreichen. Als der Aufstieg in die Regionalliga Nordost bereits zu Beginn der Saison 1997/98 in unerreichbare Ferne rückte, kam Rau dem Rausschmiß zuvor, indem er selber das Handtuch warf und fortan den Ligakonkurrenten Bischofswerda trainierte. Sein Nachfolger Matthias Schulz konnte das Ruder noch rumreißen und holte unglaubliche 11 Punkte auf Fortuna Madgeburg auf.

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Sa

15

Mär

2014

Prachtvolle Kopfstöße, sportpolitische Willkür und Glasscherben auf dem Trainingsplatz.

FUWO - Nr. 19, 7. Jg., 10. Mai 1955.
FUWO - Nr. 19, 7. Jg., 10. Mai 1955.

Sommerpause 1955. Zeit für prestigeträchtige Freundschaftsspiele nach einer anstrengenden Saison. Die des Spieljahres 1954/55 war besonders ereignisreich. Hans Siegert wurde als Nachfolger von Paul Döring als Trainer der Oberligamannschaft von Einheit Dresden installiert. Unter ihm kam der Sportclub als vierter ins Ziel. Die Meisterschaft gewann Turbine Erfurt vor Wismut Karl-Marx-Stadt und Rotation Leipzig. Den Dresdnern wurde vor allem die Auswärtsschwäche zum Verhängnis. Den elf Heimsiegen standen nur eine Niederlage und ein Unentschieden gegenüber. Bei nur zwei Auswärtssiegen und zwei Unentschieden summierten sich neun Niederlagen in der Fremde. Die einzige Mannschaft, die in der Festung Steyer-Stadion gewinnen konnte, war Dynamo Dresden. Wobei vom "Entführen" zweier Punkte kaum die Rede sein kann, trug die SGD ihre Heimspiele bis dahin ebenfalls in der Friedrichstadt aus.

Eigentlich waren die Spiele des SC Einheit im Heinz-Steyer-Stadion gar keine richtigen Heimspiele. Das Clubheim befand sich im Rudolf-Harbig-Stadion am Großen Garten, auf dessen Rasen die Fußballer ebenfalls trainierten. Das Stadion im Ostragehege gehörte zum Besitz des SV Dynamo. Ein Umstand der mehrfach beklagt wurde, da die Zustände an der Lennéstraße offensichtlich recht unbefriedigend gewesen sein müssen. Sowohl die Räumlichkeiten als auch der Rasen. Trainer Siegert und Mannschaftsbetreuer Seidel beklagten sich, einige Hände voll mit Glasscherben von Bierflaschen vom Rasen aufgesammelt zu haben, die mit dem Humus zur Pflege des Grüns auf selbiges gelangt waren. Forderungen wurden laut, das Steyer-Stadion in den Besitz des SC Einheit zu überführen. Eine sportpolitische Entscheidung in der Hinrunde sollte eine Entscheidung in diese Richtung befördern.

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Do

07

Nov

2013

Jüdischer Fußball in Dresden

Logo auf dem Trikot eines zionistischen, Berliner Fußballvereins. Eventuell trug Bar Kochba ein ähnliches Logo auf der Brust..
Logo auf dem Trikot eines zionistischen, Berliner Fußballvereins. Eventuell trug Bar Kochba ein ähnliches Logo auf der Brust..

 

Am Samstag kickt der Dresdner SC gegen den LSV Neustadt/Spree. An diesem Tag jährt sich ein trauriger Höhepunkt der Deutschen Geschichte zum 75. mal. Am 9. November 1938 standen im Deutschland der Nationalsozialisten jüdische Geschäfte und Gebetshäuser in Flammen. In Dresden wurde, nur als berühmtestes Beispiel, die Synagoge, entworfen von Gottfried Semper, Opfer der Flammen. Dieser Exzess wurde von den Nationalsozialisten zynisch als Reichskristallnacht bezeichnet, „Kristall“ für die zerschlagenen Fensterscheiben der jüdischen Geschäfte. In der Geschichtswissenschaft fanden die Ereignisse Eingang als Reichspogromnacht. Dieses traurige Jubiläum nehmen wir zum Anlass, aus einem anderen Blickwinkel auf die Dresdner Fußballgeschichte zu schauen. Vereine wie die HATiKVA oder die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dresden leisteten und leisten dabei wertvolle Arbeit für die Rekonstruktion jüdischen Lebens in Dresden. Wir haben versucht, ihre Erkenntnisse, die den Fußball in Dresden betreffen, in einen größeren Kontext einzubinden.

 

 

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Di

20

Aug

2013

Der vierfache Klippel

Nachdem beim Gastspiel des Dresdner SC in der Stadtoberliga, bis auf die Partien gegen den Radeberger SV, Stadtderbys inflationär auf der Tagesordnung standen, gab es im letzten Jahr Bezirksliga wieder weitaus weniger Begegnungen mit den Ortsnachbarn. Diese Saison gesellen sich zur SG Weixdorf, dem Post SV Dresden und dem FV Dresden 06 Laubegast noch der TSV Cossebaude und der SC Borea Dresden. Also 10 "Derbys" dieses Jahr. Fast jedes zweite Spiel ein Nachbarschaftskampf. Letzterer wird derzeit trainiert vom ehemaligen Post-Coach Thomas Klippel. Als Trainer des weniger gut gelittenen Ortsrivalen den meisten in weniger guter Erinnerung, kickte Klippel in den 90ern jahrelang im Dress der Friedrichstadt. Zum Beispiel in der Landesligasaison 1991/92, in der Oberliga von 1993 bis 1996. Auch in der ersten bundesdeutschen Bezirksligsaison 1990/91 stürmte Klippel für den Dresdner SC.

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Fr

22

Mär

2013

Eine Glanzleistung des DSC (gegen den Deutschen Meister)

Szene aus einem Spiel Guts Muts - DSC im Jahre 1932 auf der Radrennbahn. Schmiedel köpft vor Hofmann.
Szene aus einem Spiel Guts Muts - DSC im Jahre 1932 auf der Radrennbahn. Schmiedel köpft vor Hofmann.

In der Saison 1929/1930 spielte der DFB das dreiundzwanzigste Mal einen Deutschen Fußballmeister aus. Damit der DSC auch im Rennen mitmischen durfte, musste er zunächst die Ostsächsische Meisterschaft gewinnen. Diese wurde in Ligaform ausgetragen und wer diese für sich entscheid, durfte anschließend um die Mitteldeutsche Meisterschaft mitmischen, welche wiederrum zur Teilnahme an der Endrunde berechtigte, oder man gewann den Mitteldeutschen Pokal. Alles gar nicht so einfach. Der DSC gewann die Ostsächsische Liga mit zwei Punkten Vorpsrung vor Guts Muts Dresden. In 18 Spielen hatten die Rotjacken 85 Tore geschossen und nur 15 kassiert. Die Ostsächische Liga glich vom Teilnehmerfeld übrigens eher der Stadtoberliga. Bis auf den Meißner SV mischten nur Dresdner Teams mit. 20.000 Zuschauer wollten am 05. Januar 1930 die entscheidene Partie Guts Muts Dresden gegen Dresdner Sportclub sehen. Der DSC verteidigte die Tabellenführung knapp mit einem 1:1. Dieses wichtige Stadtderby wurde übrigens auf einer bis 1939 existierenden Radrennbahn in Reick, in der nähe des berühmten Gasometers des Architekten Erlwein, ausgetragen.

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Sa

16

Mär

2013

Um mitteldeutsche Meisterehren

http://www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de/
http://www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de/

Am heutigen Samstag sollte eigentlich stattfinden, was der Volksmund ein Derby nennt. Aber nicht so eine Begegnung, der man schon seit Wochen entgegegen fiebert, sich im Vorfeld an glanzvollen Triumphen labt und die schmachvollen Niederlagen beiseite schiebt. Nein, es wäre ein Heimspiel gegen die Post aus Cotta gewesen. Eine Partie die man so schnell wie möglich hinter sich bringen will.

Vollkommen das Gegenteil von dem, was die Duelle mit den Johannstädtern von Guts Muts in den 20ern und 30ern gewesen sein müssen. Guts Muts gegen den Sport-Club, die Lilien gegen die Mohnroten. Das Aufeinandertreffen der Crème de la Crème des Dresdner Fußballs, das die Massen mobilisierte und elektrisierte. Ausverkauftes Haus, man spricht von bis zu 30.000 Zuschauern und dem Sieger winkte der begehrte Titel des Mitteldeutschen Pokalsiegers, der zur Teilnahme am Ringen um die Deutsche Fußballmeisterschaft berechtigte.

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Do

14

Mär

2013

Wenn wir heut in frohen Tagen...

Der April des Jahres 1926 stand ganz im Zeichen des bevorstehenden 28. Stiftungsfestes des Dresdner Sport-Club. Gefeiert wurde im Lincke'schen Bad, auf der heutigen Bautzner Sraße, damals Schillerstraße. Heute trägt das Grundstück die Nummer 82.

Ausgibig beworben wurde die Veranstaltung in der 4. Ausgabe der Vereins-Nachrichten des Jahres. Auch wir planen am 30. April eine Veranstaltung im Casino des Heinz-Steyer-Stadions. Die Details stehen noch nicht fest, werden aber rechtzeitig bekannt gegeben. Eins sollte jedoch klar sein, dafür zitieren wir aus den Vereins-Nachrichten: "Drum, D.S.Cer, merke Dir vor: Der 30. April gehört dem Verein, deinem D.S.C., denn:

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Do

07

Mär

2013

Die Elf der 124fachen Internationalen im Ostragehege

Als ich neulich ein wenig Zeit hatte, machte ich mich auf, ein wenig in den Archivalien der Dresdner Lokalblätter zu suchen. Das Ziel war es, etwas über die Gründung des Dresdner Sport-Club in Erfahrung zu bringen. Nach kraftraubender, stundenlanger Suche musste ich leider feststellen, in den einschlägigen Dresdner Tageszeitungen nichts gefunden zu haben. Um wenigstens etwas Positives von diesem Tag mitzunehmen, suchte ich mir eine Zeitraum, in dem ich mir sicher war, einen Volltreffer zu landen. Letztlich erinnerte ich mich, dass das Museum kurze Zeit zuvor ein Sammelbild der Sportbild-Serie "König Fussball" ersteigerte, welches uns sehr neugierig machte. Ich ahnte nicht, was ich Spannendes herausfinden sollte.

 

Es war das Jahr 1934. Über ein Jahr nach der Machtübertragung an die Nazis wurde die 27. Saison um die Deutsche Fußballmeisterschaft ausgespielt. In Deutschland waren dunkle Zeiten angebrochen. Auch der Fussball blieb von den politischen Veränderungen nicht unberührt. Die regionalen Fußballverbände wurden aufgelöst und wurden durch NS-Organisationen ersetzt. Der Dresdner Sport-Club hatte sich als Meister der sächischen Gauliga für die Endrunde um die Meisterschaft qualifiziert. In der Gruppe D traf der DSC auf den Halleschen FC Wacker, den 1.FC Nürnberg und die Borussia aus Fulda. Gegen selbige begann für die Mohnroten auch die Endrunde. 0:0 hieß es letztlich am 8. April 1934 auf neutralem Boden in Kassel.

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Seit 2014


1990 - 2014

1998 - 2007

FSV

1966 - 1990

Union Jack

1954 - 1990

Fahne

1898 - 1950