FV Dresden 06 Laubegast

Der Fußballverein Dresden 06 Laubegast wurde im Mai 1906 gegründet. Der Club trugt zunächst den Namen SV Pretoria Dresden, welcher aber noch im Jahr der Entstehung abgelegt und durch FC Habsburg Dresden ersetzt wurde. Im Jahr 1914 fand die Umbenennung in Dresdner Sportverein 1906 statt. Noch unter adelige Titulatur stiegen die Laubegaster in der Saison 1910/11 erstmals in die höchstmögliche Spielklasse auf. In dieser Gauliga Ostsachsen trafen der FCH und der Dresdner SC erstmals in einem Pflichtspiel aufeinander, Der Sport-Club siegte mit 7:2, allerdings wurde das Ergebnis annulliert, denn es hatten nicht spielberechtigte Akteure mitgewirkt. Das Wiederholungsspiel ging knapper aus, aber dennoch setzte sich der DSC mit 3:1 durch. Trotzdem konnten sich die Ostdresdner in den folgenden Jahren in der Ostsachsenliga festsetzen.

 

Im Jahr 1920 gelang mit dem Gewinn der Meisterschaft der größte Erfolg der Vorkriegsära. Als Ostsächsischer Meister nahm der DSV an der Mitteldeutschen Meisterschaft teil. In der ersten Runde triumphierten die Dresdner mit 2:1 über den mittelsächsischen Vertreter von National Chemnitz. Letztlich war jedoch gegen den späteren Mitteldeutschen Meister VfB Leipzig kein Kraut gewachsen. Nur drei Jahre nach diesem Erfolg belegten die 06er den letzten Tabellenplatz, verblieben aber, von einer Ligareform begünstigt, in der obersten Spielklasse. Im Jahr der Machtübertragung an die Nationalsozialisten konnten sich die Ostdresdner nicht für die neu geschaffene sächsische Gauliga qualifizieren. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs stellte der DSV den Spielbetrieb ein. Nach Ende des Krieges wurde der Verein durch den Kontrollratsbeschluß der Alliierten zur Auflösung der NSDAP und ihrer Untervereinigungen, zu denen der Nationalsozialistische Reichsbund für Leibesübungen und damit alle deutschen Sportvereine gehörten, verboten.

 

Monopol Sportphotos - Szene aus der Partie Dresdner SC - S.V. 06 Dresden
Monopol Sportphotos - Szene aus der Partie Dresdner SC - S.V. 06 Dresden

 

Es erfolgte 1946 die Neugründung des Vereins als SG Laubegast. In der Saison 1948/49 kreuzten die SGL und die SG Friedrichstadt als Vertreter ihrer Farben nochmals die Klingen, ehe sich die Wege für beide Vereine für Jahrzehnte trennten. Erst in den 90er Jahren, nach dem Aufstieg der Laubegaster in die Bezirksliga Dresden, trafen beide Mannschaften wieder aufeinander. Die sport-politischen Strukturreformen der DDR-Sportoberen führten in der Zwischenzeit zu mehreren Umbenennungen des Vereins: 1949 zunächst in BSG Zeiss Ikon Dresden, nur zwei Jahre später in BSG Motor Dresden-Ost. 1964 nahm der Verein schließlich den Namen BSG Pentacon Dresden an, welche die langlebigste Bezeichnung unter der SED-Dikatur blieb. Für kurze Zeit nannte sich der Verein seit dem 01. Juli 1990 SV Praktica Dresden, ohne Aussichten auf finanzielle Förderung machte sich die Fußballabteilung als FV Dresden 06 Laubegast am 13. Dezember 1990 selbstständig.

 

Vereinslogo

seit Anfang/Mitte der 2000er

Vereinsemblem

in den 90ern

Vereinslogo von

1965 - 1990


 

In der Bezirksliga kreuzten die Laubegaster nach 1991 meist nur mit der zweiten Vertretung des DSC die Klingen. Ab 1997 ging es jedoch steil bergauf in Dresden-Ost. In diesem Jahr konnte bei Dresden 06 der erste große Nachwende-Erfolg gefeiert werden. Die Laubegaster triumphierten 1997 im Bezirkspokal. Doch das war nur der Auftakt. Nach einem weiteren Finaleinzug im Jahr 2000 gegen Gelb-Weiß Görlitz, konnten die Blau-Gelben im Jahr darauf vor 710 Zuschauern in Oppach mit einem 1:0 über Budissa Bautzen erneut den Bezirkspokal gewinnen. Noch knapper ging es in der Bezirksliga zu. Punktgleich mit den Budissen gelang den Laubegastern der Aufstieg in die Landesliga und der Gewinn des Doubles dank des wesentlich besseren Torverhältnis. In der folgenden Saison wurde, dank 20 Siegen in 30 Spielen, mit der Sachsenmeisterschaft der bisher größte Erfolg der Vereinsgeschichte errungen und der direkte Durchmarsch in die Oberliga geschafft. Viele bekannte Gesichter schnürten in dieser Zeit für Dresden 06 die Töpen, unter anderem der Ex-St. Paulianer Toralf Konetzke oder Matthias Mauksch.

 

Nachdem man wieder überregional in Erscheinung trat, wurde auch die Außendarstellung angepasst. Im offiziellen Sprachgebrauch verschwand das Laubegast aus dem Vereinsnamen, genauso wie das "L" aus dem Vereinslogo, welches in einer "hiperen" Variante durch ein D ersetzt wurde und den Anspruch verdeutlichte, nicht mehr nur ein Stadtteilverein auf Bezirksebene zu sein. Einige Partien in der Oberliga, wie gegen den VfB Leipziig und den FC Sachsen Leipzig, wurden im Rudolf-Harbig-Stadion ausgetragen. In den drei Oberliga-Jahren fanden im Schnitt 573, 696 und 339 ZuschauerInnen den Weg zu den Heimspielen. Ein vorläufiger Zuschauerrekord wurde im ersten Derby nach über zehn Jahren gegen den Regionalliga-Absteiger aus der Friedrichstadt aufgestellt. 1.250 ZuschauerInnen wollten den 3:1-Heimsieg gegen den DSC bejubeln, wobei sich zum Rückspiel nur noch 342 Menschen ins Heinz-Steyer-Stadion verirrten. Der endgültige ZuschauerInnenrekord wurde jedoch am Saisonende gegen den VFC Plauen aufgestellt. 1.900 Menschen, davon 1.500 aus dem Vogtland, wollten nicht verpassen, wie die Schwarz-Gelben mit einem 3:0-Auswärtssieg die Oberliga-Meisterschaft eintüteten.

 

Nach drei Jahren in der Oberliga stieg Nullsechs wieder in die Landesliga ab. Wo man sich erneut mit dem Sportclub messen konnte. Während die 98er anschließend direkt bis in die Bezirksklasse bzw. Kreisoberliga abstiegen, hielten die Laubegaster die Landesliga bis 2009. Seitdem kicken die Blau-Gelben wieder in der Bezirksliga, die sich seit 2014 Landesklasse nennt. Nachdem die Ostdresdner zwischenzeitlich vor einem noch tieferen Sturz standen, hat sich der Verein stabilisiert und liefert Jahr für Jahr konstant gute Leistungen. Ein Verantwortlicher für den Erfolg ist Ex-DSCer Martin Mikolayczyk, der zunächst als Trainer und später als sportlicher Leiter in Erscheinung trat. Der Wechsel von Laubegast in die Friedrichstadt oder umgekehrt stellt dabei nichts ungewöhnliches dar. Viele Spieler trugen in diesen sportlich sehr wechselhaften Jahren nach dem Jahrtausendwechsel oft die Trikots beider Vereine. Prominenteste Beispiele sind Boris Lucic, Stefan Steglich, Marco Britschka, die Gebrüder Kaltofen und Opitz sowie das Laubegaster Urgestein Daniel Pfitzner, die Liste ließe sich beliebig erweitern.

 

Die Heimstätte des FV Dresden 06 ist das Stadion an der Steirischen Straße, dass zu DDR-Zeiten den Namen des Laubegaster Metallformers Richard Clauß trug. Clauß musste Deutschland nach der Machtübertragung an die NSDAP verlassen, weil er sich in der Weimarer Republik bei der KPD engagierte. Bei einem geheimen Besuch im Jahre 1936 wurde Clauß von der Gestapo in Leipzig verhaftet und starb kurzer Zeit später in Folge von Misshandlungen durch die Faschisten. In der DDR wurde er als Widerstandskämpfer verehrt. Eine Straße in Laubegast sowie das Stadion der 06 wurden ihm zu Ehren umbenannt. Nach dem Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes erhielten sowohl die Straße als auch die Sportstätte ihren alten Namen zurück. 

 

Pflichtspiele

Saison Datum Spiel Ergebnis
1910/11 16. Oktober 1910 Dresdner SC - FK Habsburg 7:2*
1910/11 02. April 1911 Dresdner SC - FK Habsburg 3:1
1910/11 18. Juni 1911 FK Habsburg - Dresdner SC 1:0*
1911/12 10. Dezember 1911 Dresdner SC - FC Habsburg 4:4
1911/12 04. Februar 1911 FC Habsburg - Dresdner SC 1:9
1912/13 03. November 1912 Dresdner SC - FC Habsburg 3:3
1912/13 09. Februar 1912 FC Habsburg - Dresdner SC 0:3
1913/14 03. November 1913 Dresdner SC - FC Habsburg 2:1
1913/14 25. Januar 1914 FC Habsburg - Dresdner SC 0:1
1990/91 1990 Dresdner SC - SV Praktica 3:1
1990/91 1991 FV Dresden 06 - Dresdner SC 1:2
2003/04 01. November 2003 FV Dresden 06 - Dresdner SC 3:1 (1:1)
2003/04 01. Mai 2004 Dresdner SC - FV Dresden 06 2:3 (2:0)
2005/06 03. Dezember 2005 FV Dresden 06 - Dresdner SC 0:3 (0:1)
2005/06 27. Mai 2006 Dresdner SC - FV Dresden 06 0:2 (0:0)
2010/11 07. August 2010 Dresdner SC - FV Dresden 06 4:2 (1:1)
2012/13 18. August 2012 Dresdner SC - FV Dresden 06 5:4 n.E.
2012/13 02. März 2013 FV Dresden 06 - Dresdner SC 0:0
2012/13 16. Juni 2013 Dresdner SC - FV Dresden 06 1:1 (1:1)
2013/14 15. September 2013 Dresdner SC - FV Dresden 06 0:6 (0:4)
2013/14 02. April 2015 FV Dresden 06 - Dresdner SC 1:0 (0:0)
2014/15 29. November 2014 Dresdner SC - FV Dresden 06 1:2 (1:1)
2014/15 17. Juni 2015 FV Dresden 06 - Dresdner SC 1:1 (0:1)
2015/16 08. August 2015 FV Dresden 06 - Dresdner SC 2:2 (1:2)
2015/16 27. Februar 2016 Dresdner SC - FV Dresden 06 0:2 (0:2)
2016/17 16. Oktober 2016 FV Dresden 06 - Dresdner SC 3:1 (0:0)
2016/17 22. April 2017 Dresdner SC - FV Dresden 06 3:2 (1:0)

Freundschaftsspiele:

08. März 1911 Dresdner SC - FC Habsburg 4:3 (3:0)
17. März 1911 FC Habsburg - Dresdner SC 3:1 (2:0)
17. März 1912 Dresdner SC - FC Habsburg 7:2 (3:0)
31. Januar 2007 Dresdner SC - FV Dresden 06 0:8 (0:1)
15. Januar 2008 Dresdner SC - FV Dresden 06 0:3 (0:1)
26. Juli 2008 Dresdner SC - FV Dresden 06 5:3 (2:2)
29. Juli 2009 FV Dresden 06 - Dresdner SC 3:4 (1:1)

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